Filmen wie ein Profi

Als wir im November 2007 von dem Vorhaben, eine Filmschulung bei Hartlauer zu machen, erfahren haben, hielt sich die Euphorie in Grenzen. Wir freuten uns zwar auf zwei lehrreiche Tage, hatten allerdings keine allzu großen Erwartungen – ganz zum Leidwesen von Herrn Prof. Baischer.

In den Weihnachtsferien waren wir dann erstmals richtig mit dem Projekt konfrontiert, Ideen mussten her und ein Drehbuch musste geschrieben werden. Ein paar Stunden später hatten wir genaue Vorstellungen von unseren drei Spots, stellte sich nur noch die Frage ob auch alle anderen der Meinung waren, aber das sollte dann kein Hindernis sein.

Die Zeit verging und die Probleme bezüglich Gruppeneinteilung ließen schlussendlich doch noch lösen.

 

Montag, 14. Jänner 2008, 8 Uhr, auf uns wartete ein erstklassiges Frühstück und wir warteten nur noch auf Erik. Eine Stunde später gings dann mit den Theorieeinheiten los, Andreas Stiedl bemühte sich uns die wichtigsten Tipps möglichst einfach näherzubringen, die Zeit verging wie im Flug und die zu Beginn noch herrschende formelle Stimmung verwandelte sich rasch in eine angenehme, humorvolle Atmosphäre, es wurde gescherzt, gelacht – und gegessen. Neben zahlreichen „Zwischendurchsnacks“ wie Beigerl, Apfelstrudel und Kaffee wurde unser Gaumen auch zu Mittag mit einem 3-Gänge-Menü verwöhnt. Am Nachmittag wurde es dann richtig ernst, nach kurzer Einschulung, bekamen wir Stative in die Hand gedrückt und maschierten mit unserer Kamera zum „Set“. Dass das Leben als Kameramann bzw. -frau nicht immer angenehm ist, wurde mir bald klar, und auch, dass bei Minusgraden Handschuhe nicht schlecht gewesen wären. Doch die Filmerei faszinierte uns so sehr, dass wir auch die nächsten drei Stunden noch im Freien aushielten.

Am Dienstag, nach dem köstlichen Frühstück, wurden noch die letzten Szenen gedreht und auf den bereitgestellten PC gelanden. Alle waren beschäftigt das gefilmte Material auszusortieren und zu verwerten. Am Tag zuvor hatten wir gehört, dass wir besonders auf Anschlussfehler achten sollten. Auch wir hatten geglaubt, darauf geachtet zu haben, nach einer halben Stunde hin und her, haben wir dann entschlossen doch noch einen Nachdreh zu starten. Schlussendlich waren auch wir dann so weit. Nach kurzer Eingewöhnungsphase mit dem Schneideprogramm waren die Mausklicks schon Routine und die Arbeit war in kürzester Zeit erledigt. Am Ende des zweiten Tages konnten wir uns dann alle ganz entspannt in unseren Sesseln zurücklehnen und stolz unser Endprodukt auf der Leinwand bewundern. Der Abschluss gestaltete sich besonders gemütlich in der akademieeigenen Bar.

 

 


Kameraführung und Bildgestaltung

 

Die drei wichtigsten kreativen Aspekte des Filmemachens liegen im Schreiben, Produzieren und Regieführen. Des weiteren sollte man die Geräte mit denen man arbeitet sehr gut kennen und sich intensiv mit der Vorbereitung beschäftigen. Das Drehbuch spielt eine entscheidende Rolle. Niemals ohne ein Konzept zu drehen beginnen. Zwischen Extremer Totale und Extremer Großaufnahme gibt es große Bandbreite an Einstellungen, nur auf die so genannte Amerikanische sollte man verzichten.

Für den Betrachter ist die Visuelle Kontinuität besonders entscheidend, ändert sich die Spielrichtung wird der Zuschauer unterbewusst verwirrt und wird dadurch abgelenkt. Die Zentrallinie darf auf keinen Fall übersprungen, sonst können auch Anschlussfehler leicht entstehen.

 

Die Lichtsetzung gestaltet sich oft als besonders schwierig, bei Innenaufnahmen können Spiegeln, Reflektoren, matte Bleche oder ähnliches als Hilfsmitteln benutzt werden. Zwei Scheinwerfer sind Mindestausstattung, man benötigt ein Hauptlicht und ein Spitzlicht, drei oder mehr Lichtquellen sind aber optimal. Ein Tipp von Profi Andi Stiedl: Beim Fotografieren und Filmen sollte die Sonne hinter dem Motiv sein, gegenüber vom Kameramann und das Licht mit Reflektoren auf das Motiv lenken.

Filmemachen bedeutet aber auch Geschichten zu Erzählen, Emotionen zu transportieren und somit den Zuseher in eine andere Welt entführen.

 

 

~ by julia90 on February 13, 2008.

One Response to “Filmen wie ein Profi”

  1. Eine wirklich gut gelungene Zusammenfassung und eine wirklich nette Slideshow! Schöne Ferien!

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